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Stadt Görlitz schließt Fördervertrag zur Ausstattung des Kulturforums Görlitzer Synagoge

Stadt Görlitz schließt Fördervertrag zur Ausstattung des Kulturforums Görlitzer Synagoge

vom 14.06.2019

Die Stadt Görlitz hat in den letzten Tagen einen Partnerschaftsvertrag im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG Polen – Sachsen 2014-2020 unterzeichnet.

Das Hauptziel des Projektes ist die Schaffung eines grenzübergreifenden Bildungsnetzwerkes im Bereich der regionalen Geschichte, die Erhöhung der Sprach- und Kulturkompetenzen, Förderung von bürgerschaftlichen Engagement, Mobilitätsprozessen und des Interesse bei den Schülern am regionalen Arbeitsmarkt.

Unter dem Leitbild einer Weiterentwicklung der grenzübergreifenden Aus- und Weiterbildung wurden Gespräche mit der Stiftung Erinnerung, Bildung, Kultur (Fundacja Pamiȩć, Edukacja Kultura) aus Polen geführt und die Projektinhalte in vier Arbeitspakete geschnürt. Weitere Partner in dem Projekt sind Meetingpoint Music Messiaen e. V., das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal, Gmina Miejska Zgorzelec, Gmina Zgorzelec und der Förderkreis Görlitzer Synagoge e.V.  Im Ergebnis entstand eine Lead Partnerschaft mit der Stiftung Erinnerung, Bildung, Kultur.

Die Inhalte der Arbeitspakete wurden thematisch mit den Projektpartnern erarbeitet und abgestimmt. Im Arbeitspaket 1 stehen umfassende Bildungsmaßnahmen in ausgewählten Schulen in Görlitz und Zgorzelec, im Zentrum von Zgorzelec, in der Synagoge in Görlitz und im Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal im Fokus. Die Stadt Görlitz wird in enger Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Görlitzer Synagoge e.V. vier grenzüberschreitende Bildungsworkshops für Schüler zum Thema Kultur und Schicksal der deutschen Juden am Beispiel Görlitz durchführen.

Die Wiederherstellung und Bearbeitung von neuen Elementen der Lehrpfade als Bildungsstationen auf dem Gelände des einstigen Stalag VIII A sind Schwerpunkte des zweiten Arbeitspaketes. Das Stammlager VIII A war ein Kriegsgefangenenlager der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, das sich im Süden der Stadt Görlitz im heutigen Zgorzelec befindet. Beteiligte Projektpartner an dem Arbeitspaket sind die Stiftung Erinnerung, Bildung, Kultur und Meetingpoint Music Messiaen e.V.

Die vorhandenen Dokumente von Stalag VIII A sind derzeit nicht geordnet, katalogisiert und konserviert. Dafür soll im Arbeitspaket 3 ein Archiv errichtet und Forschungen zu ehemaligen Kriegsgefangenen betrieben werden.

Inhaltlich konzentriert wird sich im Arbeitspaket 4 auf die Ausstattung des Kulturforums Görlitzer Synagoge.

Während durch die Sanierung des Gebäudes die entscheidende infrastrukturelle Voraussetzung inzwischen gegeben ist, soll im Rahmen des Förderprojektes die inhaltliche Infrastruktur aufgebaut werden. Dies ist erforderlich, um die Vermittlung der historischen sowie der gegenwarts- und zukunftsrelevanten Inhalte gegenüber den erwarteten unterschiedlichen Besuchergruppen leisten zu können. Zu diesem Zweck sollen verschiedene Medien entwickelt und die dazugehörenden technische Infrastruktur angeschafft werden. Im Eingangsbereich der Synagoge soll eine Informationstafel dazu dienen, die Besucher zu begrüßen und sie über die Angebote in der Synagoge zu informieren. Der Einzelbesucher soll die Möglichkeit, über einen audiovisuellen Guide, erhalten, Informationen über die Architektur und die Geschichte der Görlitzer Synagoge abzurufen. Der ehemalige liturgische Vorbereitungsraum, der zwischen dem Kuppelsaal und der Wochentagssynagoge gelegen ist, soll als mediales Zentrum genutzt werden. Eine dauerhafte, aber gleichwohl mobile Ausstellung über jüdisches Leben und jüdische Glaubensausübung sowie verschiedene Filme sollen den Besuchergruppen hier verfügbar gemacht werden. Im Rahmen des Förderprojektes und in Kooperation mit dem Förderkreis Görlitzer Synagoge als Projektpartner sollen die Ausstellungskonzeption, der Ausstellungsbau, die Erarbeitung der Drehbücher für zwei kurze Filme über die Geschichte der Juden und ihrer Synagogen in Görlitz bis 1939 und deren filmische Umsetzung geleistet werden. Die erforderliche mobile und technische Infrastruktur (Vitrinen, Bildschirm mit Abspielgerät) werden ebenso über das Förderprojekt angeschafft. Nach der Gesamtsanierung der Synagoge ist erstmals eine umfangreiche Nutzung dieses Hauses als Bildungs- und Veranstaltungshaus möglich. In diesem Kontext soll eine eigene Homepage für dieses Haus erstellt werden. Die Homepage wird alle relevanten Informationen über die Synagoge selbst, ihre Geschichte sowie aktuelle Bildungs- und Veranstaltungsangebote präsentieren. Mithilfe eines virtuellen Rundgangs durch alle Bereiche der Synagoge wird es möglich sein, dass interessierte Personen sich bereits vorab auf einen Besuch der Bildungsstätte vorbereiten können.

Der Ausstellungsguide, die Homepage sowie die Filme werden so konzipiert sein, dass sie einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden können. Sowohl Schülergruppen, als auch Lehrer und Interessierte jeden Alters können sich hier umfassend informieren.

Aus den Weiterentwicklungen von Bildungsnetzwerken und Bürgergesellschaft auf polnischer und deutscher Seite entsprang der übergeordnete Titel des Projektes:

„Lernen und verstehen. Zukunft durch Erinnerung.“

Die Projektlaufzeit umfasst zwei Jahre bis zum 31. März 2021. Die Gesamtausgaben des Projektes sind mit 642,6 TEUR veranschlagt und die Förderquote beträgt 85 Prozent. Der Anteil der Stadt Görlitz beläuft sich auf 196,8 TEUR.

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