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Ausstellungen präsentieren Adelsgeschichte Schlesiens und der Oberlausitz

Ausstellungen präsentieren Adelsgeschichte Schlesiens und der Oberlausitz

vom 05.06.2014

In diesem Jahr stehen Schlesien und die Oberlausitz im Zeichen des Adels. Vier Ausstellungen, in Görlitz, Liegnitz und Breslau, gemeinsam veranstaltet von zwei polnischen und zwei deutschen Museen, widmen sich diesem historischen Thema.

Adel 2014 GoerlitzDie Ausstellungen sind in der Ritterakademie in Liegnitz, einem Zentralort des schlesischen Adels, im Görlitzer Kaisertrutz und Schönhof und in den altehrwürdigen Räumen der Breslauer Universität.

Exponate aus Museumssammlungen in Deutschland und Polen, aus Kirchen und aus dem Besitz adliger Familien zeichnen die Geschichte eines gesellschaftlichen Standes nach, der jahrhundertelang die Geschicke Schlesiens und der Oberlausitz bestimmte. Gemälde und Skulpturen, Waffen, Goldschmiedearbeiten und Gewänder, wertvolle Bücher und alte Urkunden sowie Grabmäler zeugen vom Glanz adligen Lebens, von der gediegenen Ausstattung der Schlösser und Rittergüter, von Festen und Jagden, von reichen Kunstsammlungen und Bibliotheken.

Die hohe Zeit adliger Machtentfaltung im Schlesien des Mittelalters und der Frühen Neuzeit behandelt die Ausstellung „Ritter der Freiheit, Hüter des Rechts“ des Kupfermuseums in Liegnitz. Hieran schließt die Ausstellung im Görlitzer Kaisertrutz an, die vom Kulturhistorischen Museum und dem Schlesischen Museum konzipiert wurde. Unter dem Titel „Beharren im Wandel. Der Adel Schlesiens und der Oberlausitz seit dem 18. Jahrhundert“ erzählt sie vom lang anhaltenden Widerstand des Adels gegen seinen gesellschaftlichen Abstieg. Zwar wurde der Adel in der Neuzeit Zug um Zug aus den führenden Positionen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft verdrängt. Es gelang ihm jedoch, auch dem neuen bürgerlichen Zeitalter seinen Stempel aufzudrücken.

In Bildern, Texten und Filmen fragt die Ausstellung im Kaisertrutz auch nach der Aktualität des Adels. Denn 80 Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, 70 Jahre nach Flucht, Vertreibung und Enteignung spielt der schlesische und Oberlausitzer Adel heute wieder eine Rolle. Viele Angehörige adliger Familien fühlen sich mit den Stätten ihrer Vorfahren verbunden und engagieren sich dort in Denkmalpflege und kulturellen Projekten. Mancher verfallene Herrensitz ist in den letzten Jahren neu erstanden  – bei der Nutzung beziehen sich die jetzigen Eigentümer häufig auf die Geschichte der Häuser.

Zwei weitere kleinere Präsentationen knüpfen an die Ausstellung im Kaisertrutz an. Die Ausstellung des Kulturhistorischen Museums „Ritter, Junker, Edelleute“, die im Schönhof gezeigt wird, wirft einen Blick auf die ältere Geschichte des Oberlausitzer Adels vom 12. bis ins 17. Jahrhundert.
Und die Ausstellung „Mutter des Hirschberger Tals. Friederike Gräfin von Reden und ihr Wirken“ im Breslauer Universitätsmuseum stellt eine bemerkenswerte weibliche Adelsbiographie des 19. Jahrhunderts vor.

Zu den vier Ausstellungen erscheint im Sandstein-Verlag Dresden ein gemeinsamer zweisprachiger Katalog in zwei Bänden. Ein reiches Begleitprogramm bietet Fahrrad- und Busexkursionen, kulturgeschichtliche Spaziergänge, Filme und Konzerte, Familiennachmittage und eine „Lange Nacht des Adels“ am 11. Juli.


Kulturhistorisches Museum Görlitz und Schlesisches Museum zu Görlitz

25.5. – 9.11.2014

Di – So 10:00 – 17:00 Uhr

Ausstellung im Kaisertrutz, Görlitz, Platz des 17. Juni 1:

„BEHARREN IM WANDEL. Der Adel Schlesiens und der Oberlausitz seit dem 18. Jahrhundert“

Ausstellung im Schönhof, Görlitz, Brüderstraße 8:

„RITTER, JUNKER, EDELLEUTE. Der Adel der Oberlausitz in Mittelalter und Früher Neuzeit“


Muzeum Miedzi w Legnicy, Legnica/ Liegnitz, ul. Partyzantów 3:

„RITTER DER FREIHEIT, HÜTER DES RECHTS. Adel in Schlesien im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit“


Muzeum Uniwersytetu Wrocławskiego, Wrocław / Breslau, pl. Uniwersytecki 1

„MUTTER DES HIRSCHBERGER TALS. Friederike Gräfin von Reden und ihr Wirken“


Weitere Informationen: www.adelinschlesien.de

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