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Brückepreis 2014 an Jean-Claude Juncker

Brückepreis 2014 an Jean-Claude Juncker

vom 15.07.2014

Jean-Claude Juncker erhält den Internationalen Brückepreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec 2014. Er war und ist eine der maßgeblichen Persönlichkeiten beim Wiederzusammenwachsen eines Europas aus alten und neuen Mitgliedern der Europäischen Union in den vergangenen 20 Jahren. Die Preisverleihung wird voraussichtlich noch in diesem Jahr in Görlitz stattfinden.

Von 1995 bis Dezember 2013 war Juncker Premierminister von Luxemburg, von 2005 bis 2013 Vorsitzender der Euro-Gruppe und schließlich dienstältestes Mitglied des Europäischen Rates. Er gestaltete den Vertrag von Maastricht entscheidend mit und ist ein Befürworter eines auf Stabilität und Wachstum orientierten Europas. Seine scharfen, empirisch basierten Analysen zum ökonomisch und politisch Machbaren bezogen stets auch menschlich-soziale Aspekte ein. So forderte er einen europäischen Mindeststandard für Arbeitsrecht, z. B. bei Kündigungsschutz und Mindestlöhnen, und kämpfte politisch gegen Sozial- und Lohndumping. Dies brachte ihm, dem National- und Europapolitiker Juncker, hohe Anerkennung über Partei- und Landesgrenzen hinweg ein.

Für Jean-Claude Juncker war und ist Europa nicht nur Binnenmarkt für Produkte und Dienstleistungen, sondern – und in erster Linie – ein Lebens-, Entscheidungs- und Entfaltungsraum seiner Bürger, in dem die Menschen nach Möglichkeiten einer kulturellen und geistigen Verständigung untereinander suchen müssen und werden. In diese Suche sollten auch die Bürger Europas außerhalb der Union einbezogen werden. Für die Idee eines solchen geeinten Europas über die Grenzen von Nationalstaaten, Ethnien, Religionen, ökonomischen Unterschieden und historischen Entwicklungen (und Ressentiments) hinweg stand und steht Jean-Claude Juncker. Und er stellte seine politische Erfahrung und seine Ausstrahlung in den Dienst dieser Idee.

Die Gesellschaft zur Verleihung des Internationalen Brückepreises der Europastadt Görlitz/Zgorzelec ehrt in Jean-Claude Juncker den großen Staatsmann, dem die Völkerverständigung in Europa auf der Basis von Freiheit und Demokratie ein besonderes, persönliches Anliegen war und ist. Dieser Vision widmete er unbeirrt sein Wirken über mehr als zwei Jahrzehnte, auch gegen massive Widerstände. Ohne ihn und seine Beharrlichkeit wäre „das neue Europa“ wohl nicht geworden, wie es heute ist.

Görlitz, im Juli 2014

Prof. Dr. Willi Xylander
Präsident der Gesellschaft für das Jahr 2014
 
Preisträger: 2012 - Dr. Vitali Klitschko, 2011 - Prof. Dr. Gesine Schwan, 2010 - Prof. Dr. Tadeusz Mazowiecki, 2009 - Prof. Dr. Norman Davies, 2008 - Prof. Dr. Fritz Stern,2007 - Arvo Pärt, 2006 - Günter Grass (Annahme des Preises zurückgezogen), 2005 - Giora Feidman, 2004 - Valdas Adamkus, 2003 - Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, 2002 - Prof. Dr. Władysław Bartoszewski, 2001 - Kardinal Miloslav Vlk, 2000 - Arno Lustiger, 1999 - Freya von Moltke, 1998 - Jiri Grusa, 1995 - Adam Michnik, 1993 - Marion Gräfin Dönhoff
 
Der Internationale  Brückepreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec
Brücken spielen im Leben der über 930-jährigen Europastadt Görlitz/Zgorzelec seit jeher eine große Rolle. Sieben Neißebrücken verbanden den Westteil mit dem Ostteil der Stadt. Sie wurden im Mai 1945 gesprengt und nur teilweise wieder aufgebaut,  nachdem die Stadt im Ergebnis des zweiten Weltkrieges in einen deutschen und einen polnischen Teil geteilt wurde. Seit der politischen Wende vom Herbst 1989 wurden jedoch nach und nach viele menschliche Brücken errichtet, und seit Oktober 2004 verbindet auch die wiederaufgebaute Altstadtbrücke an historischer Stelle nach fast 60jähriger Unterbrechung wieder die beiden Neißeufer.
Die deutsch-polnische Doppelstadt an der Neiße will mit ihrer Zusammenarbeit modellhaft europäisches Zusammenwachsen vorleben.
Seit 1993  ehrt sie mit dem Internationalen Brückepreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die europäische Verständigung verdient gemacht haben.
Allen Geehrten ist der Wille gemeinsam, Trennendes zwischen den Völkern zu überwinden, Brücken zu bauen und eine friedliche Zukunft für Europa zu gestalten.
Das Symbol der Brücke setzt sich in Görlitz/Zgorzelec vom Brücke-Preis fort zum zentralen Projekt der gemeinsamen Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2010, den Brückenpark. Er ist das erste gemeinsame stadtgestalterische Infrastrukturvorhaben einer deutschen und einer polnischen Stadt und soll zu einem neuen Zentrum der Europastadt Görlitz/Zgorzelec mit den Schwerpunkten Kultur, Bildung und Kommunikation gestaltet werden.

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