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Gedenkort auf dem Jüdischen Friedhof in Görlitz erweitert

Gedenkort auf dem Jüdischen Friedhof in Görlitz erweitert

vom 27.08.2015

„Stelen der Erinnerung“ – unter dieser Bezeichnung wird am Dienstag, dem 1. September 2015, um 16:00 Uhr eine Denkmalanlage auf dem Jüdischen Friedhof in Görlitz eingeweiht. 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist ein dort existierender Gedenkort für jüdische Zwangsarbeiter nun erweitert worden.

Auf sieben Stelen sind die Namen von 148 Opfern verewigt, die im Görlitzer Außenlager des Konzentrationslagers Groß Rosen umkamen. Zur Einweihung am Weltfriedenstag werden mit Monik Mlynarski und Shlomo Graber zwei ehemalige Insassen des Lagers sprechen.

Wegen einer aus aktuellem Anlass angesetzten Sondersitzung des Landtages hat Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich seine Teilnahme an der Zeremonie abgesagt. Als Vertreterin der Staatsregierung kommt die Staatssekretärin aus dem Staatsministerium der Justiz, Andrea Franke, nach Görlitz.

Ein Denkmal auf dem jüdischen Friedhof erinnert bereits seit 1951 an die 323 Toten aus mindestens 9 Nationen, etwa aus Polen, Russland und Ungarn – bislang anonym. 148 Tote wurden im Görlitzer Krematorium Görlitz eingeäschert. Durch die dortige Registratur blieben Namen und Daten erhalten. In deutscher und hebräischer Schrift sind die Angaben künftig in Fächern der Erinnerungsstelen zu lesen.

Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Dresden, Alexander Nachama, übersetzte die Namen der Toten ins Hebräische – ebenso wie den Text des Bibelspruchs für ein Schriftband, das am Gedenkort in den Boden eingelassen wird.

Einige der Fächer in den Stelen blieben offen, weil Namen unbekannt sind und die Geschichte des Lagers nach wie vor viele „Löcher“ hat. In den Namensfächern können Besucher kleine Steine ablegen, wie es nach jüdischer Tradition zur Verehrung der Toten üblich ist.

Der Weg zu den Erinnerungsstelen führt an fünf Informationstafeln vorbei. Besucher erfahren darauf mehr über die Geschichte und wichtige Vertreter der Jüdischen Gemeinde von Görlitz, über typische Symbole auf Grabsteinen, über das frühere Lager „Biesnitzer Grund“ sowie über die Entstehung der Denkmalanlage.  

Eigentümerin des Friedhofes ist die Jüdische Gemeinde Dresden. Der Eigenbetrieb Städtischer Friedhof Görlitz verwaltet das Areal an der Biesnitzer Straße im Auftrag der Stadt Görlitz.

Die Einweihungszeremonie am 1. September ist öffentlich. Männliche Besucher sind gebeten, auf dem Jüdischen Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.

Interessierte sind am gleichen Tag um 19:00 Uhr auch ins Schlesische Museum eingeladen, wenn das Jugendtheater des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz/Zittau dort sein „Nathanprojekt 2015“ aufführt. Im Anschluss daran ist ein Gespräch mit den jungen Laiendarstellern geplant. Der Eintritt ist frei.

Termine am 1. September 2015

16:00 Uhr  Einweihung „Stelen der Erinnerung“ auf dem jüdischen Friedhof,  Biesnitzer Straße, 02628 Görlitz
19:00 Uhr  Aufführung „Nathanprojekt 2015“ mit dem Jugendtheater des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz, Schlesisches Museum in Görlitz, Eingang Fischmarkt

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