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GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG des Landkreises Görlitz und der Stadt Görlitz: Görlitz will Flüchtlingsfamilien ein Zuhause geben

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG des Landkreises Görlitz und der Stadt Görlitz: Görlitz will Flüchtlingsfamilien ein Zuhause geben

vom 16.09.2014

Görlitz (16.9.2014) - Die Stadt Görlitz wird den Landkreis Görlitz bei der dezentralen Aufnahme von Flüchtlingsfamilien unterstützen. In engem Zusammenwirken mit der Kommwohnen Görlitz GmbH sollen bis Weihnachten etwa 40 Wohnungen vorbereitet werden.

Bis Mitte 2015 werden insgesamt 250 Flüchtlinge in Görlitz aufgenommen. Das gaben Kreisdezernent Werner Genau und Oberbürgermeister Siegfried Deinege heute bei einem gemeinsamen Pressegespräch bekannt.

Die Landesdirektion Sachsen hatte am Freitag die Zahl der voraussichtlich eintreffenden Asylbewerber in Sachsen erneut nach oben korrigiert. Somit werden für den Landkreis Görlitz voraussichtlich 808 Menschen erwartet. „Ohne die Hilfe und Unterstützung der Kommunen im Landkreis ist diese verantwortungsvolle Aufgabe nicht zu leisten“, stellte Werner Genau fest. „Wir wenden uns zu diesem Thema nun in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit an die Stadt Görlitz, die sich weltoffen und solidarisch zeigt.“ Oberbürgermeister Siegfried Deinege verwies auf die Verantwortung, der sich die Stadt Görlitz stellen muss. „Ein Blick auf die Weltlage zeigt, dass viele Menschen auf der Flucht sind. Familien machen sich mit ihren Kindern auf den Weg in eine ungewisse Zukunft. Wir wollen diesen Menschen hilfreich zu Seite stehen.“

Zu der praktischen Umsetzung in Görlitz laufen bereits konkrete Gespräche. So soll die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien gut geplant werden, die Infrastruktur muss stimmen. „Wir werden für die beabsichtigte dezentrale Unterbringung die künftigen Wohnungen sorgfältig auswählen, damit alle Beteiligten gut zurechtkommen“, merkt Dezernent Werner Genau an.

Um weder Flüchtlinge noch Bürger in dieser Situation alleinzulassen, soll soziale Unterstützung organisiert werden. Dazu wird es demnächst Gespräche mit Sozialpartnern geben und danach entsprechende Ausschreibungen für eine weiterführende Betreuung erfolgen. Zudem sind Gespräche mit Vertretern von Vereinen und  Kirchen sowie die Gründung einer Arbeitsgruppe geplant. „Wichtig ist, dass die Familien in der Lage sein sollten, ihr Leben in der neuen Umgebung weitestgehend selbst zu organisieren“, sagte Genau, „dabei wollen wir sie umfassend unterstützen.“

Genau verwies auf die positiven Erfahrungen aus Rothenburg, wo Flüchtlingsfamilien  dezentral in Mehrfamilienhäusern untergebracht sind. „Dort hat sich schnell ehrenamtliches Engagement entwickelt. Die Bürger sind bereit, sich einzubringen und den Neubürgern das Leben zu erleichtern.“ Genau vertraut deshalb auch in Görlitz darauf, dass sich ein soziales Miteinander entwickelt. Die künftige soziale Betreuung sieht er hier in einer Doppelfunktion: Es muss Ansprechpartner für die Flüchtlinge geben. Zudem dürfen aber auch Bürger bei Sorgen und Fragen nicht allein gelassen werden. Auch für sie muss ein immer erreichbarer Gesprächspartner da sein. „Wir dürfen nicht vergessen, jede Seite hat ihre Vorstellungen und auch ihre Ängste “, gab Oberbürgermeister Deinege zu bedenken, „Sowohl wir als auch die Familien werden lernen müssen. Wichtig ist, dass wir uns gegenseitig kennenlernen und für die Kultur des jeweils anderen interessieren. All das muss sich entwickeln.“

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