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Bürgerräte werden aktiv – Ideen zur Budgetverwendung

Bürgerräte werden aktiv – Ideen zur Budgetverwendung

vom 24.05.2016

Vertreter des Bürgerrates Weinhübel v. l. n. r. Detlef Lothar Renner, Angelika Siegesmund, André Winkelmann

Es ist nur eine Schallschutzmauer entlang der Straßenbahntrasse Weinhübel und doch ist es Herzensangelegenheit von Bürgerrätin Angelika Siegesmund diese Schallschutzmauer zu verschönern. Viele Weinhübler radeln oder spazieren täglich entlang der Mauer aus Pflanzsteinen. Doch seit vielen Jahren verkrautet die Mauer, die doch so viel Potential bietet.

„Aus allen Pflanzsteinen wächst Unkraut, alles ist vertrocknet, noch nicht mal überall genügend Erde drin“, so die ehrenamtlich engagierte Bürgerrätin von Weinhübel. Und sie sagt: „Wir haben uns daher entschlossen, die ersten Meter der Mauer im Stufentakt zu bepflanzen.“  Der Bürgerrat von Weinhübel hat sich entschlossen, die Mauer mit dem ihm zur Verfügung stehende Budget aufzuwerten. Gemeinsam mit einer Gärtnerei und helfenden Bürgern möchte man erste Teile der Mauer wieder flott machen. Sie soll vom Unkraut befreit, mit Erde gefüllt und mit Pflanzen geschmückt werden. Wenn es gelingt, soll das Projekt im nächsten Jahr fortgeführt werden, so die Idee des Bürgerrates von Weinhübel.

Jedem Bürgerrat steht 1 EUR/Einwohner im Beteiligungsraum zur Verfügung, um neue Ideen und Projekte zu entwickeln oder Bestehendes fortführen zu können. Das Budget variiert je nach Größe des Beteiligungsraumes zwischen 4 TEUR und 9 TEUR. Noch bis 31. Mai haben die Einwohner von Görlitz die Möglichkeit, ihren Bürgerräten Vorschläge zu unterbreiten, wofür das zur Verfügung stehende Budget im eigenen Beteiligungsraum verwendet werden kann.  Danach müssen sich die Bürgerräte entscheiden, welche Projekte sie finanziell unterstützen wollen.

Die Stadtverwaltung Görlitz hat den „Aufruf zur Mitwirkung der Einwohnerinnen und Einwohner“ gestartet, der im aktuellen Amtsblatt (Ausgabe vom 17.Mai 2016) und im Internet nachzulesen ist. Hier sind Einwohner und Bürgerräte gefragt, Vorschläge zur Verwendung des Budgets zu unterbreiten. In einem gemeinsamen Workshop für alle Bürgerräte hat die Verwaltung informiert, was möglich ist. Ideen für Projekte gibt es bereits, aber auch wichtige Fragen. So ist  im Workshop geklärt worden, dass bereits begonnene Projekte genauso unterstützt werden können, wie neue Ideen. Zudem steht das Geld auch für die eigenen Aufgaben des Bürgerrates zur Verfügung. Oberbürgermeister Siegfried Deinege hat bei der April-Diskussion den Stellenwert der Bürgerräte im Workshop deutlich gemacht: „Es ist wichtig, Gutes zu tun – und darüber zu reden. Die Bürgerräte werden dabei in ihrem Ehrenamt von der Stadtverwaltung tatkräftig unterstützt.“ Und auch das Interesse der beim Workshop anwesenden Stadträte hat gezeigt, wie wichtig das Thema Bürgerschaftliche Beteiligung für die Stadt ist.

Aber nicht nur Weinhübel sondern in allen Bürgerräten wird derzeit rege diskutiert, welche Projekte sie mit dem Budget unterstützen können. So stört sich der Bürgerrat Innenstadt West an der Fassade des ehemaligen Werk I. Hier kann man sich vorstellen, die „marode“ Fassade mit Planen abzuhängen und durch ein Graffiti-Projekt aufzuwerten.

Der Bürgerrat der Innenstadt Ost denkt an Aktionstage unter dem Motto „Putze deine Kunst“ oder an die Aufwertung von Kreisverkehren mit „Futter für Stadtbienen“, aber auch an die Sicherheit der Bürger.

Der Bürgerrat Rauschwalde möchte eine Kindertagesstätte finanziell bei der Anschaffung eines Spielgerätes unterstützen.

Der Bürgerrat Südstadt möchte Farbe ins Spiel bringen und den Jakobstunnel für die künstlerisch-kreative Ader von Bewohnern aus der Südstadt freigeben.  Im Rahmen einer Malaktion sollen die Flächen mit Motiven der Sehenswürdigkeiten aus dem Stadtteil gestaltet werden.

Die Koordinatorin für Bürgerbeteiligung, Silke Baenisch, zeigt sich von der Ideenvielfalt der Bürgerräte begeistert. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich und einzigartig jeder Bürgerrat arbeitet. All die Ideen der Bürgerräte haben meiner Ansicht nach großes Potential und zeigen, wie viel Leben in unserer Stadt steckt. Ich wünsche mir aber auch, dass die Bürger mehr Vertrauen in die Vertreter aus ihrem Kiez haben und sich trauen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und weitere Ideen spinnen. Nur so kann die Arbeit der Bürgerräte in Zusammenarbeit mit Stadtrat und Verwaltung auf lange Sicht zum Erfolg werden.“

In der Stadt Görlitz sind seit einigen Monaten insgesamt acht Bürgerräte aktiv. Sie haben ihre Arbeit aufgenommen, sollen Ansprechpartner für die Bürger vor Ort sein und sind Mittler zwischen Verwaltung, Politik und Bürgerschaft. Mit den Bürgerräten soll im Rahmen Bürgerschaftlicher Beteiligung die Stadt für den Bürger lebenswerter gestaltet werden.

 

Einwohner, die Ideen zur Verwendung des Budgets haben, können diese bis 31.05.2016 (unter Angabe von Name und Anschrift) schriftlich oder per E-Mail unter folgendem Kontakt einreichen:

 

Stadt Görlitz
Koordinierung Bürgerbeteiligung
Postfach 300 131
02806 Görlitz

E-Mail: buergerbeteiligung@goerlitz.de

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