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In Görlitz startet Mitmach-Projekt „Erfahrung DDR!“ - Museum stellt Fläche und Technik zur Verfügung, die Görlitzer die Exponate

In Görlitz startet Mitmach-Projekt „Erfahrung DDR!“ - Museum stellt Fläche und Technik zur Verfügung, die Görlitzer die Exponate

vom 15.08.2016

Foto: v.l.n.r. Jasper v. Richthofen, Christian Hanzig, Agnieszka Lemmer und Robert Lorenz vor dem Feuerwehr-Barkas B 1000

„Früher war alles besser!“ und „Früher haben noch alle zusammen gehalten!“ Kennen Sie solche Aussprüche über das Leben in der DDR oder haben Sie das vielleicht auch schon einmal selbst gedacht? Aber was wissen wir eigentlich heute noch wirklich von den DDR-Zeiten in Görlitz?

Die Erinnerung verblasst nach und nach. Für Jugendliche und junge Erwachsene handelt es sich häufig nur noch um eine untergegangene Epoche der deutschen Geschichte. Doch bevor die DDR-Erfahrungen gänzlich in Vergessenheit geraten, will das Kulturhistorische Museum dieses Kapitel der Görlitzer Stadtgeschichte noch einmal lebendig werden lassen und dokumentieren.

Mit diesem Ziel hat das Kulturhistorische Museum Görlitz gemeinsam mit dem Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e. V. (FVKS e. V.) sowie vielen weiteren lokalen Partnern und Akteuren das Projekt „Erfahrung DDR!“ ins Leben gerufen. Angesprochen werden sollen insbesondere Görlitzer, die sich vom Wandel hin zu Kultur und Tourismus nicht mitgenommen fühlen und einen großen Teil der Gesamtbevölkerung ausmachen. Sie haben hier die Möglichkeit, sich mit ihren spezifischen Erinnerungen an das Leben in der DDR auseinander zu setzen und sie nachgeborenen Generationen und Neu-Görlitzern mitzuteilen. Mithilfe von Multiplikatoren, Aktionen und Aufrufen soll die Bürgerschaft zur Teilhabe und Mitwirkung motiviert werden.

So will auch der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege nach persönlichen Erinnerungsstücken suchen.  Er sieht in dem Projekt eine große Chance für die Görlitzer: „Wenn Geschichte auf diese Art plastisch dargestellt wird, bleibt sie auch jenen in Erinnerung, die nicht daran Anteil hatten.“ 

Neu für das Kulturhistorische Museum ist die gemeinsame Erarbeitung eines Ausstellungsthemas mit einer breiten Öffentlichkeit und verschiedenen gesellschaftlichen Partnern. Das Museum ist dabei vor allem Moderator, Schauplatz, Ausstellungs- und Veranstaltungsort.

Das Partizipationsprojekt des Kulturhistorischen Museums Görlitz und des FVKS e. V. wird gefördert im Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes. Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt mit dem Fonds neue Partnerschaften von Stadtmuseen mit Gruppen oder Akteuren aus den jeweiligen Städten, die kooperativ zu Fragen der städtischen Gesellschaft arbeiten.

 

ERFAHRUNG DDR - Informationsblatt (2 MB)

 

Es geht ums Mitmachen!

Für die Ausstellung stellt das Kulturhistorische Museum die Fläche sowie die Infrastruktur im Kaisertrutz zur Verfügung, die Görlitzer bringen die Exponate – das ist der Ansatz bei diesem partizipativen Projekt. In der Ausstellung erzählt werden soll das alltägliche Leben in Görlitz zu DDR-Zeiten. Gezeigt werden sollen private Erinnerungsstücke verbunden mit einer persönlichen Geschichte. „Es müssen keine spektakulären Kunstobjekte mit großem Schauwert sein, sondern wir wollen wissen, welche Erinnerungen die Görlitzer an diese Zeit haben, was sie sich vielleicht aus der DDR zurück wünschen und worauf sie aus heutiger Perspektive gern verzichten würden“, sagt Museumsleiter Jasper v. Richthofen.

Das Projektteam vom Museum hofft auf eine große Vielfalt an Hausrat, Kleinmobiliar, technischen Geräten, Kleidung, Konsumgütern, Arbeitsutensilien, Auszeichnungen, Fotografien, Filmen, Kassetten, Dokumenten und anderem für die Ausstellung. Schrankwände hingegen müssen bitte zu Hause bleiben!

 

Die Mitwirkung der Görlitzer Objektpaten bei der Ausstellung beinhaltet auch die Entscheidung über die Zuordnung des Erinnerungsstückes zu einem der Themenräume: Kindheit – Jugend, Armee, Partnerschaft – Familie – Wohnung, Lehre – Studium – Arbeitsleben, Partei – Wahlen – Diktatur des Proletariats, Ordnung – Sicherheit – Staatssicherheit, Urlaub – Ausland – Ausländer, Flucht – Ausreise – Grenzöffnung, Wirtschaften – Improvisieren – Organisieren, Hobby – Freizeit – Arbeitsgemeinschaft, Kirchen, (unerfüllte) Wünsche sowie die Rubrik „Was noch fehlt!“.

 

Auch für Fahrzeugausstellung zum Thema „Mobilität in der DDR“, die am Tag des offenen Denkmals am 11. September auf der unteren Elisabethstraße präsentiert werden soll, ist die Mitwirkung der Görlitzer gefragt. Eigentümer von Automobilen, Rollern, Fahr- und Motorrädern, aber auch Traktoren oder anderen Fahrzeugen und Maschinen, die in der DDR-Zeit gebaut und gefahren wurden, können ihre Teilnahme bis 8. September 2016 bei den Koordinatoren melden.

 

Informieren und Sammeln - Ausstellungsmobil auf Tour

Mit einem originalen Feuerwehr-Barkas B 1000 der Ortsfeuerwehr Ludwigsdorf sind die Projektkoordinatoren Agnieszka Lemmer und Robert Lorenz in den nächsten Wochen zu Orten unterwegs, wo sie möglichst viele Görlitzer antreffen. Sie werden dabei über das Projekt und die Mitmach-Aktionen informieren, aber auch schon erste Exponate mit Geschichten entgegen nehmen. 

Die Infotour startet jetzt, am 16. Juli beim Schlesischen Tippelmarkt wird der rote Barkas von 14:00 bis 18:00 Uhr auf dem Untermarkt stehen.

 

Weitere Einsatztermine sind:

Sonntag, 31.7., 14:00 bis 18:00 Uhr         

Familientag mit Hafenfest am Berzdorfer See

Samstag, 13.8., 13:00 bis 17:00 Uhr        

ASB Sommerfest beim ASB-Heim, Grenzweg 8

Mittwoch, 17.8., 10:00 bis 14:00 Uhr      

Marienplatz

Mittwoch, 7.9., 14:00 bis 18:00 Uhr        

Lidl Rauschwalde, Reichenbacher Straße 53B

Sonntag, 11.9., 10:00 bis 18:00 Uhr         

DDR-Fahrzeugparade zum Tag des offenen Denkmals, unterer Elisabethplatz

Mittwoch, 14.9., 14:00 bis 18:00 Uhr      

Edeka-Markt, Dresdener Straße 21

Sonntag, 2.10., 13:00 bis 18:00 Uhr         

Verkaufsoffener Sonntag/Marienplatz

Samstag, 8.10., N.N.

Nachtflohmarkt in der Landskron Brauerei

                                                                                                                             Änderungen vorbehalten

 

Darüber hinaus können mit den Koordinatoren Termine vereinbart werden.

Agnieszka Lemmer, Telefon 03581 7678343, E-Mail a.lemmer@erfahrung-ddr.de

Robert Lorenz, Telefon 03581 7678344, E-Mail r.lorenz@erfahrung-ddr.de

 

Mit der Eröffnung der Ausstellung „Erfahrung DDR“ am 18. November ist die Annahme von Objekten nicht beendet. Während der Laufzeit wird weiter gesammelt und es werden weitere Gegenstände mit den verknüpften Erinnerungen in die Schau eingefügt.

 

Ausstellungen

Erfahrung DDR!

Zeit: 18.11.2016 bis 03.04.2017

Ort: Kulturhistorisches Museum Kaisertrutz, Platz des 17. Juni 1

Leihgeber für die Ausstellungsgegenstände, Ausstellungsgestalter und Vermittler sind die sich beteiligenden Görlitzerinnen und Görlitzer.

Eintritt frei für Objektgeber!

 

Kunsterfahrung DDR!

Zeit: 02.09.2016 bis 03.04.2017

Ort: Ladengeschäft Wendel-Roskopf-Straße

Zu den Sammlungen des Kulturhistorischen Museums gehören zahlreiche Gemälde, die in den Jahren der DDR angekauft  bzw. von der Stadt Görlitz in Auftrag gegeben wurden. Seit der Friedlichen Revolution befinden sie sich im Depot. Für die Ausstellung „Kunsterfahrung DDR“, die ab 2. September 2016 dank Unterstützung der KommWohnen GmbH Görlitz in einem Ladenlokal in Görlitz-Königshufen zu sehen ist, kehren sie erstmals wieder in die Öffentlichkeit zurück. Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, sich über die Rolle der Bildenden Künste in der DDR zu informieren und im Rahmen von Kuratorenführungen darüber ins Gespräch zu kommen.

Eintritt frei!

 

Transformation. Görlitz ˗ Fotoausstellung von Jürgen Matschie

Zeit: 24.08. bis 11.09.2016

Ort: Biblisches Haus, Neißstraße 29

Seit Jahrzehnten ist die Lausitz sein fotografisches Terrain. Jürgen Matschie benutzt die dokumentarische Fotografie, um die vergehende Zeit festzuhalten, den Zeitgeist einzufangen. Die Ausstellung „Transformation. Görlitz“ zeigt ausgewählte Fotografien des umfangreichen Zyklus „Losungen und Kritzeleien“ aus den späten 1980er und frühen 1990er Jahren. Den Lebensalltag der Menschen portraitiert der Künstler mit viel Feingefühl für den richtigen Moment.

Eintritt frei!

 

„Unterwegs“ - Internationaler Fotowettbewerb des FVKS e. V.

01.07. bis 12.09.2016

Beim diesjährigen Internationalen Fotowettbewerb des FVKS e. V. gibt es die Sonderkategorie „Schauplätze ˗ Erinnerungsorte der DDR in Görlitz“. Einwohner und Gäste der Region können bis zum 15. September 2016 Fotos zum Schwerpunktthema einsenden.

Hier können Fotos von noch heute verfügbaren Orten eingereicht werden, die mit DDR-Geschichte verknüpft sind. Auch historische Aufnahmen von Schauplätzen als „Erinnerungsorte der DDR“ werden zugelassen.

 

Begleitprogramm und Veranstaltungen zu „Erfahrung DDR!“

In die Sonderausstellung integriert wird eine Diskussionsarena mit ca. 60 Sitzplätzen, die regelmäßig Austragungsort von Veranstaltungen werden soll.

Bestimmte Themen der Ausstellungen oder auch durch Partner und Teilnehmer ergänzte Themen werden in Diskussionsveranstaltungen unterschiedlichen Formats aufgegriffen werden. Diese werden unter dem Titel „CON MOTO“ durch thematisch passende musikalische Beiträge der Lausitzer Philharmonie/Philharmonische Brücken e.V. eingerahmt.

In Erzählcafés kann die Erlebnisgeneration über gute und schlechte Erinnerungen an das Leben in der DDR sprechen, diskutieren und streiten. Die Älteren sollen ihre Erinnerungen mit Jungen und Neu-Görlitzern teilen können. Für Schulen wird es spezielle Angebote geben.

In Kooperation mit dem örtlichen Programmkino „Klappe die Zweite“ werden Dokumentar- und Spielfilme gezeigt, die sich mit DDR-Themen auseinandersetzen. Unter dem Titel „Verbotene Filme in der DDR“ wird eine Programmreihe aufgelegt.

Im Anschluss an die Vorführungen sollen die Besucher darüber ins Gespräch kommen.

Gemeinsam mit der Stadtbibliothek werden Lesungen von Literatur der DDR und über die DDR organisiert.

Im Rahmen geführter Fotowalks werden in Kooperation mit dem Fotomuseum e.V. Erinnerungsorte der DDR-Zeit im Stadtgebiet aufgesucht. Die Resultate sollen in der zentralen Ausstellung integriert werden.

 

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