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Neue Sonderausstellung „Salvador Dalí. Grafische Traumwelten“

Neue Sonderausstellung „Salvador Dalí. Grafische Traumwelten“

vom 30.01.2019

Die Görlitzer Sammlungen zeigen vom 1. Februrar bis 31. März 2019 in Görlitz und Zittau „Salvador Dalí. Grafische Traumwelten“.

Dalí in Görlitz

Die Görlitzer Schau wird mit 220 Blättern einen Überblick über das gesamte druckgrafische Werk Dalís aus den Jahren 1934 bis 1977 geben. Einen Schwerpunkt bildet dabei Dalís künstlerische Auseinandersetzung mit dem nicht minder bedeutenden spanischen Maler Francisco de Goya (1746–1828). Dessen wegweisenden Grafikzyklus „Los Caprichos“ hat Dalí in einer eigenen Serie verarbeitet. Er wird zusammen mit Goyas Blättern in Görlitz zu sehen sein. Die Caprichos gelten als ein Meilenstein der grafischen Künste am Vorabend der Moderne. Inspiriert vom Geist der französischen Revolution, thematisieren sie gesellschaftliche Probleme wie Armut, Prostitution, Aberglaube, Standesdünkel, Missbrauch klerikaler Autorität durch Inquisition und die Brutalität des Machterhalts von Adel und Kirche. Mit seiner Reflektion der Caprichos, die sich z. T. sehr genau an die Vorlagen halten, sie aber auch frei paraphrasieren, holte Dalí Goyas Idee in die Gegenwart des 20. Jahrhunderts.

Ein weiterer wichtiger Zyklus, der in Görlitz zu sehen ist, ist die Serie „Pantagruels drollige Träume“. Dalí griff dafür Motive aus einer bereits im 16. Jahrhundert entstandenen Romanfolge des französischen Autors François Rabelais auf. Die Erlebnisse des Riesen Pantagruel erscheinen in Dalís Grafiken jedoch als Szenen einer Traumwelt, worauf auch der Titel der Grafikfolge hindeutet. Inspiriert von der Psychoanalyse lässt Dalí den Romanhelden Pantagruel in dessen Träumen abwegige Abenteuer erleben. In kräftigem Kolorit gestaltet, sind diese Blätter Klassiker der surrealistischen Druckgrafik.

 

Dalí in Zittau

In der Zittauer Ausstellung wird einer der umfangreichsten Grafikzyklen Dalís zu sehen sein: ein großer Teil der aus 100 Holzstichen bestehenden Illustrationen zu Dantes „Göttlicher Komödie“. Dante Alighieri (1265–1321) schuf mit der Göttlichen Komödie eines der Hauptwerke der Abendländischen Literatur, das die Künstler zu allen Zeiten inspirierte. Dalí setzte die wesentlichen Szenen in phantasiereichen, meisterhaft gearbeiteten Holzstichen um, die sich mit den Abgründen und den Träumen der menschlichen Seele beschäftigen. Sie zeigen Geizhälse und Verschwender, gefallene Engel, den himmlischen Frieden oder auch die irdische Unrast.

Der zweite in Zittau ausgestellte Werkkomplex beschäftigt sich mit der Offenbarung des Evangelisten Johannes, der Apokalypse. Auch hier ging es Dalí um die Illustration eines literarischen Hauptwerkes, zu dem in der Vergangenheit bereits berühmte Künstler gearbeitet hatten. Allerdings ist die Grafikfolge nicht das alleinige Werk Dalís, sondern das Werk verschiedener Künstler unter Dalís Leitung. Die einzelnen Blätter wurden in verschiedenen Techniken des Tiefdruckverfahrens ausgeführt, so z. B. der Radierung, wobei Dalís Werk experimentellen Charakter hat: So ließ er eine mit Nägeln bestückte Bombe auf einer Kupferplatte explodieren, die dann die Grundlage für den Druck bildete.

Die Zittauer Schau wird überdies durch Grafiken von Zeitgenossen Dalís wie Marc Chagall, Ernst Fuchs und Otto Dix aus der Museumssammlung bereichert. Außerdem werden auch surrealistische Werke von Künstlern aus der Oberlausitz gezeigt, u.a. von Peter Israel, Ludwig Böhme oder Dirk Pradel. Peter Israel und Ludwig Böhme haben Collagen gefertigt, in denen alltägliche und vertraute Gegenstände wie Schlüssel oder Kleiderhaken eine neue, bildnerische Funktion in einem ihnen fremden Umfeld bekommen und so einen geheimnisvollen Sinn erhalten. Dirk Pradels Radierungen zeigen scheinbar bekannte Zittauer Ansichten, die durch merkwürdige Perspektivverschiebungen verfremdet und – oft nur auf den zweiten Blick erkennbar – durch unerwartete Details und Lebewesen bevölkert sind.

 

Die Ausstellungen im Kulturhistorischen Museum Görlitz und im Kulturhistorischen Museum Zittau können mit EINEM Ticket (8,00 Euro regulär, 5,50 ermäßigt) besucht werden.

 

Beide Ausstellungen sind dreisprachig – deutsch, polnisch und tschechisch.

Begleitend bieten die Museen verschiedene Veranstaltungen an und laden herzlich dazu ein.

So findet am 8. Februar, 16:00 Uhr die erste Ausstellungsführung mit Klaus-Dieter Hübel im Kaisertrutz statt.
Wie geht eigentlich Surrealismus, fragt unser Museumsgrafiker Dimitar Stoykow und führt zwei Zeichenkursen durch.

Termine: 16. Februar und 2. März, 14:00 bis 16:00 Uhr im Atelier des Barockhauses Neißstraße 30

Beide Kurse können unabhängig voneinander besucht werden.

Informationen, Kosten und Anmeldung – sh. www.goerlitzer-sammlungen.de/kurse und Handzettel in der Anlage

 

Kulturhistorisches Museum Görlitz, Kaisertrutz, Platz des 17. Juni 1, 02826 Görlitz

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 16:00 Uhr

 

Städtische Museen Zittau, Kulturhistorisches Museum Franziskanerkloster, Klosterstraße 3, 02763 Zittau

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 17:00 Uhr

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